• Seefischerei | Angelguiding | Fischökologie | Fischzucht

  • Wer seiner Arbeit mit Leidenschaft nachgeht, scheut weder Mühe noch Zeit.
    Doch der Kampf ums berufliche Überleben lenkt vom Wesentlichen ab.
    (Oonagh Hayes, Medizinhistorikerin, Universität Tübingen)

  • Angelguiding

  • © martin müller

    Angeln ist so etwas wie ein Gleichnis für die Beziehung des Menschen zur Welt:
    Wir wissen, was wir wollen, und werden es erhalten, wenn wir nicht lockerlassen,
    doch die Zeit, die wir brauchen werden, um an unser Ziel zu gelangen, hängt von Gottes Hilfe ab.

    „Es ist immer gut etwas langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.
    Die Zen-Mönche setzen sich hin und hören den Felsen beim Wachsen zu. Ich angle lieber“
    (Aus „Auf dem Jakobsweg“ von Paulo Coelho)

    Ich angle auch lieber.
    Als Fischökologe, Limnologe, Fischzüchter, Berufsfischer und Fischverarbeiter beschäftige mich seit fast zwei Jahrzehnten hauptberuflich mit Fischen und deren Lebensraum. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, bin ich auch begeisterter Angler. Natürlich sehe ich vieles differenzierter. Ich staune über physikalisch-chemische Parameter, unglaubliche Leistungen des Planktons, eigenwillige populationsökologische Entwicklungen und über vieles mehr. Hin und wieder auch über Fische die nicht und nicht anbeißen wollen. Ich selbst halte nichts von der gezielten Jagdt auf Trophäenfische. Wenn wir nicht lockerlassen, dann lässt es sich sowieso nicht vermeiden, dass hin und wieder ein Traumfisch an der Angel hängt. Und natürlich gibt es für einen Angler nichts Spannenderes als einen richtig großen Fisch zu fangen. Doch jeder Fisch, auch wenn er noch so klein ist, verdient unseren Respekt und unsere Dankbarkeit.
    Die größte Leistung eines Anglers ist sich vom Druck des "Fangenmüssens" zu befreien. Der Weg ist das Ziel!

  • Seefischerei

  • © ferdinand neumüller

    Ich liebe die Netzfischerei. Es ist jedes Mal ein Naturerlebnis und es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, wenn ich ein erstklassiges Lebensmittel mit nach Hause bringen kann. Das Modewort "nachhaltig" ist mittlerweile bis ins Letzte ausgereizt und oft nicht mehr glaubwürdig. Die Kiemennetzbefischungen am Weissensee sind aber zu 100% nachhaltig. Das garantiere ich. Da kenne ich mich aus. Keine Fischmehlproblematik, keine Antibiotika, keine Chemikalien, keine Überfischung. Als ausgebildeter Fischökologe lege ich großen Wert auf intakte Fischpopulationen. Daher richten sich die jährlichen Fangerträge nach dem vorhandenen Fischbestand und nicht nach der Nachfrage.
    Wildfänge sind in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Limitiert, nachhaltig und von überragender Qualität.
    Sie sind ein Ausdruck von Lebensqualität für Körper und Geist.
     

  • Fischverarbeitung

  • © johannes puch

    Es gibt lustigere Tätigkeiten als Fische zu töten und zu schlachten. Einerseits weil Fische nicht nur einfach Produkte sind, sondern Lebewesen, die auch ihre Bedürfnisse haben und unseren Respekt verdienen. Andererseits weil die Arbeit anstrengend ist und mir ständig Blut (bzw. sonst noch was) an den Händen klebt und ich geruchsmäßig den Fischen sehr nahe komme. Leichter fällt alles, wenn wir (Barbara und ich) wissen, dass der in Händen gehaltene Speisefisch an Qualität kaum zu übertreffen ist. Wenn wir wissen, dass wir unseren Kunden etwas Besonderes bieten und wenn wir sehen, dass wir den Menschen eine Freude bereiten.
    Kühlkette, Hygiene, Schadstoffe? - Sie können sich auf uns verlassen! Wir wissen, dass Fisch ein sehr sensibles Lebensmittel ist. Dementsprechend gehen wir damit um.

  • Direktvermarktung

  • © christian schneider

    Auf was legst Du Wert?
    Beste Qualität - natürlich. Frische - natürlich. Freundlichkeit - natürlich. Transparenz - natürlich. Zuverlässigkeit - natürlich. All das erwartet man sich als Kunde natürlich.
    Aber kann man auch noch ein bischen mehr bekommen?
    Wie wär's mit Produkten die ein Geschichte haben und nicht als anonyme Sonderangebote im Regal tarnen und täuschen? Wie wär's mit Produkten die eine Philosophie wiederspiegeln? Wie wär's mit Geschichten von Menschen die mehr sind als Verkäufer oder Produzenten?

  • Besatzfischzucht

  • © martin müller

    Wenn ein Gewässerbewirtschafter Fische besetzt, dann kann das grundsätzlich aus zwei verschiedene Gründen erfolgen. Da wäre einmal die "Aufwertung" des Gewässers mit möglichst vielen verschiedenen Fischarten um allen Ansprüchen der Angeltouristen gerecht zu werden. Häufig sind diese Arten aber nicht standortgerecht und bringen ein Ökosystem massiv aus dem Gleichgewicht. Dadurch werden autochthone Arten verdrängt bzw. sterben aus und müssen dann aus Artenschutzgründen nachbesetzt werden. In den massiv aus dem Gleichgewicht geratenen Weissensee müssen wir aus Artenschutzgründen die Seeforelle besetzen. Aufgezogen werden diese in der Fischzucht der Agrargemeinschaft der fünf Dorfschaften vom Weissensee in Neusach. Ich bin dafür verantwortlich, dass alles rund läuft. Durch meine jahrzehntelange Erfahrung bei der Aufzucht von z.T. sehr sensiblen Besatzfischarten (Aalrutten, Äschen,...) tut es das auch. Neben Seeforellen werden auch Seesaiblinge und, bei Bedarf, großwüchsige Reinanken gezüchtet. Leider enden die allermeisten der von uns betreuten Besatzfische in den Mägen von Hechten (Hecht = "Ein AusdemGleichgewichtbringer" - nur das es gesagt ist).

  • Fischökologie

  • © www.weissenseefisch.at

    Vielen Gewässern geht es aus ökologischer Sicht "dreckig". Sehr oft ist es aber nicht  möglich bzw. erwünscht hier ein bischen "aufzuräumen". Auch am Weissensee geraten sich hin und wieder wirtschaftliche und ökologische Ansätze in die Haare und der ausgebildete Limnologe und Fischökologe Mag. Martin Müller ist auch nicht immer der gleichen Meinung wie der begeisterte Angelfischer Martin Müller. Ja, zwei Herzen schlagen in meiner Brust. In den letzten Jahrzehnten hat sich am Weissensee aber viel getan. Es gibt wohl kaum einen See der besser und kontinuierlicher untersucht wurde. Seit dem Jahr 1999 habe ich Unmengen von Fischdaten gesammelt und ausgewertet. Dadurch kann der Weissensee heute sehr professionell bewirtschaftet werden. Der Agrargemeinschaft der fünf Dorfschaften vom Weissensee (Bewirtschafter des Weissensees) ist es sehr hoch anzurechnen, dass fischökologischen Ansätzen mittlerweile sehr viel Platz geboten wird.
    Falls wer Zeit hat, wären hier ein paar Berichte:
    Angeln am Weissensee 2017
    Fischökologische Untersuchungen Weissensee (2008 - 2016);
    Die Reinanken des Millstättersees (2016)
    Vortrag Fischereisachverständigentagung 2017
    Zur Ökologie der Reinanke des Weissensees (Diplomarbeit Martin Müller, 2004);
    Über die Coregonen des Weissensees (Diplomarbeit Michael Buchart, 2005);

  • Gewässerbewirtschaftung

  • © www.weissenseefisch.at

    Das einzige Fischereirecht am Weissensee ist im Besitz der Agrargemeinschaft der fünf Dorfschaften vom Weissensee. Die Bewirtschaftung ist voll und ganz auf die Angelfischerei ausgerichtet, wobei heute versucht wird nicht nur der Ökonomie sondern auch der Ökologie gerecht zu werden. Ich habe das Vergnügen die Entwicklungen im See mitverfolgen zu dürfen (fischökologische Untersuchungen) und die A5D in Bewirtschaftungsfragen zu beraten. Mein erklärtes Ziel ist es einen Fischbestand aufzubauen der langfristig um die oberer Kapazitätsgrenze des Weissensees pendelt und sich weitgehend selbst erhalten kann. Bei manchen Fischarten ist das durchaus realistisch (z.B. Reinanke), bei anderen ist das natürlich eine absurde Idee. So ist es dem Karpfen im Weissensee gar nicht möglich sich im See zu vermehren und die Seeforelle ist auf Grund der ungünstigen Rahmenbedingungen sicher nicht in der Lage ohne unsere Hilfe eine Population aufrecht zu erhalten.
    Ich denke mittlerweile wurde am Weissensee erkannt, dass Gewässerbewirtschaftung auch mit Verantwortung zu tun hat. Daher wird heute dem Artenschutz (Seeforelle) und der ökologischen Vertretbarkeit von Bewirtschaftungsmaßnahmen die nötige Aufmerksamkeit geschenkt.